Dänemark: 18 Hunde beschlagnahmt – 17 tot
Ein investigativer Bericht der Danmarks‑Blog Redaktion
Wie wir auf den Fall aufmerksam wurden
Unsere Redaktion wurde auf einen Facebook‑Beitrag aufmerksam, der innerhalb kürzester Zeit über 5.000 Likes und hunderte Kommentare erhielt.
Eine Nutzerin schilderte dort einen Fall, der viele Menschen in Dänemark zutiefst erschüttert hat:
> 18 Hunde wurden von einem Dorfpolizisten beschlagnahmt – angeblich Listenhunde.
> 17 von ihnen starben in den folgenden Monaten und Jahren.
> Ein DNA‑Test zeigte später: Es waren gar keine Listenhunde.
Die emotionale Wucht der Kommentare, die Wut, die Trauer und die Fassungslosigkeit machten klar:
Hier steckt mehr dahinter.
Wir haben recherchiert – und was wir fanden, ist ein erschütterndes Beispiel dafür, wie ein System versagen kann.
Der Facebook Beitrag
Die Besitzerin – und die Frau, die nicht aufgegeben hat
Die ursprüngliche Besitzerin der Hunde lebt in Ostjütland. Ihr Name wurde von den Behörden nicht veröffentlicht – vermutlich aus Datenschutzgründen. Bekannt ist jedoch, dass sie ihre Tiere ordnungsgemäß registriert hatte und mehrfach versuchte, die Beschlagnahmung anzufechten. Sie legte Dokumente vor, suchte anwaltliche Unterstützung und bat um eine DNA‑Analyse, doch ihre Einwände wurden ignoriert. Für sie begann ein zweijähriger Kampf gegen eine Behörde, die sich nicht korrigieren wollte.
Während die Besitzerin zunehmend verzweifelte, trat eine andere Frau in den Mittelpunkt:
**Amaja Loncarevic**, Aktivistin der Bully Care Union.
Sie war nicht die Halterin der Hunde – aber sie wurde zu ihrer Stimme.
Amaja dokumentierte den Zustand der Tiere, sammelte Beweise, organisierte Tierärzte, sprach mit Medien und stellte schließlich die offizielle Beschwerde gegen Polizei und Veterinärbehörde. Sie war es, die die Hunde nach der Freigabe entgegennahm – und die als Erste sah, wie schlecht es ihnen ging.
> „Ohne Amaja wären diese Hunde einfach verschwunden.“
Sie kämpfte nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Besitzerin, die zwei Jahre lang gegen eine Wand aus Bürokratie und Fehlentscheidungen gelaufen war. Gemeinsam machten sie sichtbar, was sonst niemand gesehen hätte: ein Behördenfehler, der 17 Hunde das Leben kostete.

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Der Fall im Detail – was wirklich passiert ist
1. Die Beschlagnahmung – 9. April 2024
Die Polizei Ostjütland („Østjyllands Politi“) beschlagnahmte 18 Hunde aus einem privaten Haushalt.
Begründung: Die Tiere seien verbotene Listenhunde, vermutlich Pitbull‑Typen.
Die Besitzerin legte Papiere vor, doch die Polizei hielt sie für unzureichend.
Bereits am 24. April 2024 entschied die Behörde, dass die Hunde eingeschläfert werden sollten.
2. DNA‑Test: Die Hunde waren legal
Erst später wurde ein DNA‑Test durchgeführt.
Das Ergebnis war eindeutig:
– Es handelte sich um American Bully
– Diese Rasse ist in Dänemark nicht verboten
– Die Beschlagnahmung war damit rechtswidrig
Trotzdem blieben die Hunde in staatlicher Obhut – und das über zwei Jahre.
3. Die Unterbringung – zwei Jahre voller Leid
Die Hunde wurden auf verschiedene Hundepensionen verteilt, die laut Polizei „genehmigt“ waren.
Doch die Presseberichte zeichnen ein anderes Bild:
– 8 Hunde starben während dieser Unterbringung
– Die Polizei verweigerte Auskunft darüber, *wo* genau die Tiere waren
– Es gab keine transparente Kontrolle der Pflegestellen
– Veterinärberichte wurden nicht offengelegt
Tierschutzorganisationen sprechen von einem systemischen Kontrollversagen.
4. Die Freigabe – und der sofortige Zusammenbruch
Am 22. Juni 2026 wurden die verbliebenen 10 Hunde freigegeben.
Tierschutzorganisationen holten sie ab – und erlebten das Unfassbare:
– Ein Hund kollabierte 7 Minuten nach Verlassen der Polizeistation
– 9 der 10 Hunde starben innerhalb weniger Tage**
Nur ein einziger Hund überlebte:
**Hjørdis** – ein Symbol für das, was die anderen nicht überstanden haben.
5. Der Zustand der Hunde – ein Bild des Schreckens
Augenzeugenberichte und Fotos zeigen:
– blaue Zungen
– Atemnot
– Pilzbefall
– fehlende Zähne
– kaputte Krallen
– Muskelatrophie
– Fell, das in Büscheln ausfiel
– Liegeschwielen und offene Stellen
Ein Zitat der Beschwerdeführerin Amaja Loncarevic (Bully Care Union):
„Es sieht so aus, als hätte sie zwei Jahre lang niemand berührt.“
6. Strafanzeige gegen Polizei und Veterinäre
Die Bully Care Union reichte eine offizielle Anzeige ein – gegen:
– Østjyllands Politi
– den Amtsveterinär
– die beteiligten Hundepensionen
Vorwürfe:
– Vernachlässigung
– fehlende tierärztliche Versorgung
– unsachgemäße Haltung
– falsche Einstufung der Rasse
– Verstoß gegen das dänische Tierschutzgesetz
7. Warum konnte das passieren? – Das Systemproblem
Dänemark hat eines der strengsten Hundegesetze Europas
13 Rassen sind verboten.
Schon der *Verdacht* reicht für eine Beschlagnahmung.
Polizisten dürfen Hunde nach „Erscheinungsbild“ einstufen
Ohne kynologische Ausbildung.
Ohne Experten.
Pflegestellen werden kaum kontrolliert
Viele sind privat.
Viele überfordert.
Manche schlicht ungeeignet.
DNA‑Tests werden oft spät oder gar nicht gemacht
Kostenfrage.
Bürokratie.
Fehlende Priorität.
Dieser Fall ist kein Einzelfall – aber er ist einer der schlimmsten, die je dokumentiert wurden.
Er zeigt:
– ein Versagen der Behörden
– ein Versagen der Kontrollmechanismen
– ein Versagen des Hundegesetzes
– und ein Versagen im Umgang mit Lebewesen, die Schutz brauchten
Die dänische Öffentlichkeit ist erschüttert.
Tierschutzorganisationen fordern Reformen.
Juristen sprechen von einem „Präzedenzfall“.
Und wir als Redaktion sagen klar:
Dieser Fall darf nicht in Vergessenheit geraten.
Dänemark – Urlaubsidylle mit Schattenseiten
Für viele Deutsche gilt Dänemark als das Land der Ruhe, der Weite und der Freundlichkeit.
Ein Sehnsuchtsort für Auswanderer, Familien und Tierfreunde – mit klarer Luft, offenen Menschen und scheinbar unkomplizierten Regeln.
Doch die Realität zeigt sich oft anders, wenn man hinter die Fassade blickt.
Gerade im Umgang mit Tieren, Behörden und rechtlichen Strukturen offenbart sich ein System, das nicht immer so harmonisch funktioniert, wie es die Postkartenidylle verspricht.
Was für Touristen nach Freiheit aussieht, kann für Einheimische und Zugewanderte schnell zu einem undurchsichtigen Netz aus Vorschriften, Zuständigkeiten und bürokratischer Härte werden.
Der Fall der beschlagnahmten Hunde ist ein Beispiel dafür, dass Dänemark zwar ein wunderschönes Land ist – aber kein Paradies ohne Fehlentscheidungen.
Er erinnert uns daran, dass hinter jedem Urlaubsfoto auch eine Realität existiert, die man kennen sollte, bevor man hier Wurzeln schlägt.
Hier gehts zum Artikel – Das Dänische Hundegesetz


Na da sag ich doch immer wieder gerne mit Hund in den Urlaub 😕