Warum im Frühjahr in Dänemark Eimer auf den Wiesen stehen
und was das mit dem Maulwurf zu tun hat
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Vielleicht hast du dich auch schon einmal gefragt – besonders wenn du im Frühjahr in Dänemark lebst oder dort Urlaub machst – warum auf vielen Wiesen, Feldern oder sogar in privaten Gärten schwarze BauEimer verkehrt herum stehen, oft mit einem Ziegelstein oben drauf.
Manchmal steigt sogar Qualm aus dem unteren Rand hervor.
Diese seltsame Konstruktion hat einen traurigen Hintergrund:
Es geht um den Maulwurf, ein faszinierendes und ökologisch wertvolles Tier, das in Dänemark kaum Schutz genießt – und vielerorts systematisch getötet wird.
Der Maulwurf – ein unterschätzter Helfer der Natur
Der Europäische Maulwurf Talpa europaea ist ein hochspezialisierter Bodenbewohner. Er lebt in einem komplexen Tunnelsystem, das er mit enormer Kraft und Präzision anlegt.
Lebensweise und Verhalten
Aktiv in 4‑Stunden‑Rhythmen, Tag und Nacht
Besonders aktiv im Frühjahr und Herbst
Ernährt sich fast ausschließlich von Regenwürmern, Insektenlarven und anderen Bodentieren
Legt weit verzweigte Belüftungsgänge an
Lebt einzeln, nicht in Gruppen
Nachwuchs: 1 Wurf pro Jahr, meist 2–4 Jungtiere
Warum Maulwürfe ökologisch wertvoll sind
Maulwürfe sind Schlüsseltiere im Bodenökosystem:
Sie lockern den Boden, was Pflanzenwurzeln zugutekommt
Sie fördern die Durchlüftung und den Wasserabfluss
Sie reduzieren Schädlinge, indem sie Larven und Engerlinge fressen
Ihre Gänge dienen anderen Tieren als Unterschlupf
Sie sind ein Indikator für gesunde Böden**
In Deutschland wird der Maulwurf deshalb streng geschützt – und das aus gutem Grund.
🇩🇪 Schutzstatus in Deutschland – streng geschützt
In Deutschland steht der Maulwurf unter strengem Schutz nach dem
Bundesnaturschutzgesetz (§ 44 BNatSchG).
Das bedeutet:
Er darf nicht gefangen, verletzt oder getötet werden
Seine Bauten und Hügel dürfen nicht zerstört werden
Jegliche Bekämpfung ist verboten
Nur seltene Ausnahmegenehmigungen zur Vergrämung sind möglich – niemals zur Tötung
Deutschland erkennt den Maulwurf als ökologisch wertvolles Tier, nicht als Schädling.
🇩🇰 Schutzstatus in Dänemark – praktisch nicht vorhanden
In Dänemark ist die Situation völlig anders.
Der Maulwurf gilt als „skadedyr“ – also als Schädling.
Er steht nicht unter Schutz, obwohl Dänemark Teil der EU ist.
Das bedeutet:
Maulwürfe dürfen gefangen und getötet werden
Ihre Hügel dürfen zerstört werden
Es gibt keine strengen Auflagen
Die Bekämpfung ist weit verbreitet – auch im Privatgarten
Warum ist das so?
Dänemark argumentiert traditionell:
Maulwürfe seien eine landwirtschaftliche Belastung
Sie würden Weideflächen beschädigen
Ihre Hügel seien gefährlich für Nutztiere (z. B. Stolpergefahr für Pferde)
Sie seien unerwünscht in gepflegten Gärten
Diese Argumente sind wissenschaftlich **umstritten** – und stehen im Widerspruch zu modernen Naturschutzstandards.
🇪🇺 Dänemark ist in der EU – warum gibt es keinen einheitlichen Schutz?
Die EU hat zwar strenge Naturschutzrichtlinien, aber:
Der Maulwurf ist nicht in der EU‑Fauna‑Flora‑Habitat‑Richtlinie gelistet
Deshalb dürfen Länder eigene Regeln festlegen
Deutschland schützt ihn freiwillig
Dänemark verzichtet darauf
Das führt zu einem ökologischen und ethischen Ungleichgewicht innerhalb der EU.
Wie Maulwürfe in Dänemark getötet werden
Die typischen Eimer‑Konstruktionen dienen meist der Vergasung.
Tötungsmethode: Gas
Unter den Eimern wird häufig ein Gaspräparat eingesetzt, das in die Gänge eindringt und den Maulwurf tötet.
Verwendet werden u. a.:
Carbid (entwickelt Acetylengas)
Rauchpatronen, die in die Gänge gesteckt werden
Giftgaspräparate aus dem Gartenhandel
Der Eimer verhindert, dass das Gas entweicht – daher der Qualm, den man oft sieht.
Diese Methode ist:
grausam
nicht selektiv (andere Tiere können ebenfalls sterben)
ökologisch schädlich
veraltet
Appell an dänische Tierschutzvereine und Behörden
Es ist Zeit, dass sich etwas ändert.
Dänemark ist ein modernes Land mit starkem Umweltbewusstsein – doch beim Maulwurf hinkt es hinterher.
Dänische Tierschutzvereine, Kommunen und Umweltbehörden sollten den Maulwurf endlich als wertvolles Tier anerkennen und seinen Schutzstatus überarbeiten.
Die EU sollte prüfen, ob ein einheitlicher Schutz notwendig ist.
Und Gartenbesitzer sollten auf moderne, tierfreundliche Methoden setzen – statt auf Vergasung.
Ein weiterer Artikel in „Dänemarks wilde Tiere“. wird dem Maulwurf gewidmet.
Ein ausführlicher Steckbrief des Maulwurfs folgt in einem eigenen Beitrag und wird hier später verlinkt.
Team Danmarks Blog


